Schulwegkostenfreiheit, Schülerbeförderung
Die Kostenfreiheit des Schulwegs, die notwendige Beförderung der Schülerinnen und Schüler auf dem Schulweg sowie eine mögliche Kostenerstattung richten sich nach dem Schulwegkostenfreiheitsgesetz (SchKfrG) und der Schülerbeförderungsverordnung (SchBefV).
Grundlagen & Ablauf
Anspruchsvoraussetzungen
Bitte beachten Sie, dass ein Beförderungs- oder Kostenerstattungsanspruch nur entsteht
- bei öffentlichen und staatlich anerkannten privaten Schulen (staatlich genehmigte Schulen, z. B. Waldorfschulen und Montessorischulen, fallen nicht unter die Schulwegkostenfreiheit),
- wenn der Schulweg in den Jahrgangsstufen 1 bis 4 länger als zwei Kilometer oder ab der Jahrgangsstufe 5 länger als drei Kilometer ist (Ausnahmen sind nur für anerkannte besonders beschwerliche oder gefährliche Schulwege sowie bei dauernder Behinderung möglich) und
- wenn die nächstgelegenene Schule besucht wird (grundsätzlich diejenige Schule der gewählten Schulart, Ausbildungs- und Fachrichtung, die mit dem kostengünstigsten Beförderungsaufwand erreichbar ist).
Die Schülerbeförderung erfolgt vorrangig mit dem öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) und nur in bestimmten Fällen mit anderen Verkehrsmitteln (z. B. Schulbussen).
Schülerbeförderung bis Jahrgangsstufe 10
Für die notwendige Beförderung zu Grund- und Mittelschulen sind grundsätzlich die Wohnsitzgemeinden bzw. Schulverbünde zuständig.
Wir sind als Aufgabenträger zuständig für die notwendige Beförderung bis einschließlich Jahrgangsstufe 10 zu
- Realschulen,
- Gymnasien,
- Wirtschaftsschulen,
- Berufsschulen (nur Vollzeitunterricht in Jahrgangsstufe 10 = Berufsgrundschuljahr, BGJ),
- Berufsfachschulen (ohne Teilzeitform) und
- Förderschulen (alle Jahrgangsstufen, wenn der Landkreis Schulaufwandsträger ist).
Für die Antragstellung füllen Sie bitte den Online-Antrag (SchulantragOnline) aus und reichen ihn vorzugsweise bei der Anmeldung über die Schule ein, da die Schule den Eintritt bestätigt.
Fahrkarten geben wir grundsätzlich über die Schule aus.
Ab der Jahrgangsstufe 11 ist der Schulweg grundsätzlich selbst zu organisieren (Ausnahmen z. B. bei dauernder Behinderung). Die Fahrtkostenerstattung kann nach Ablauf des Schuljahres beantragt werden.
Kostenerstattung ab Jahrgangsstufe 11
Schülerinnen und Schüler ab Jahrgangsstufe 11 an öffentlichen oder staatlich anerkannten privaten
- Gymnasien,
- Berufsfachschulen (ohne Teilzeitform),
- Wirtschaftsschulen,
- Fachoberschulen,
- Berufsoberschulen und
- Berufsschulen im Teilzeitunterricht
haben keinen Anspruch auf Beförderung, aber auf Erstattung der notwendigen Schulwegkosten, wenn diese den Eigenanteil von derzeit 320 € pro Schülerin oder Schüler und Schuljahr oder von 490 € pro Familie und Schuljahr übersteigen.
Der Eigenanteil entfällt
- für Familien, die im August des jeweiligen Schuljahres für drei oder mehr Kinder Kindergeld bezogen haben,
- für Familien, die Anspruch auf Hilfe zum Lebensunterhalt oder auf Grundsicherungsgeld/Bürgergeld haben oder
- bei Schülerinnen und Schülern, die wegen einer dauernden Behinderung auf eine Beförderung angewiesen sind.
Erstattungsfähig sind nur die kostengünstigsten und tatsächlich angefallenen Fahrtkosten.
Der Antrag ist an den Schulen oder bei uns erhältlich. Bitte reichen Sie den Antrag für das vorangegangene Schuljahr bis spätestens 31. Oktober bei uns ein. Später eingegangene Anträge können nicht berücksichtigt werden (gesetzliche Ausschlussfrist).
Privates Kraftfahrzeug
Die Schülerbeförderung erfolgt vorrangig mit dem öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) und nur in bestimmten Fällen mit anderen Verkehrsmitteln (z. B. Schulbussen). Daher kann ein privates Kraftfahrzeug für den Schulweg auch nur in bestimmten Fällen anerkannt werden, z. B. wenn keine öffentliche Verkehrsverbindungen bestehen oder eine Zeitersparnis gegenüber dem ÖPNV an mindestens drei Tagen in der Woche um mehr als zwei Stunden vorliegt.
Wir empfehlen, die Anerkennung eines privaten Kraftfahrzeugs auf dem ganzen oder teilweisen Schulweg bereits frühzeitig zu Schuljahresbeginn prüfen zu lassen, wenn der genaue Stundenplan feststeht.
Eine mögliche Kostenerstattung nach Ablauf des Schuljahres ist auch im Falle der Anerkennung eines privaten Kraftfahrzeugs auf die ÖPNV-Kosten begrenzt.
Das Antragsformular können Sie bei uns anfordern.
Häufige Themen
Anträge
- Schülerbeförderung bis Jahrgangsstufe 10 online beantragen (SchulantragOnline)
- Kostenerstattung ab Jahrgangsstufe 11: Den Antrag können Sie bei uns anfordern.
- Gültigkeitsbescheinigung online anfordern (MVV-Kontaktformular)
MVV-Chipkarte & 365-Euro-Ticket
Der Landkreis Garmisch-Partenkirchen ist Teil des Münchner Verkehrs- und Tarifverbunds (MVV).
Wenn wir im Rahmen der Schulwegkostenfreiheit daher eine Fahrkarte an berechtigte Schülerinnen und Schüler ausgeben, erhalten diese in der Regel das 365-Euro-Ticket MVV. Dieses Ticket gilt in allen öffentlichen Verkehrsmitteln im gesamten MVV-Verbundgebiet (nicht aber in der Bayerischen Zugspitzbahn und im Blaue Land Bus). Mehr zum ÖPNV in unserem Landkreis
Fahrpreisnacherhebung & erhöhtes Beförderungsengelt
Bei einer Kontrolle wurde ein Beleg über eine Fahrpreisnacherhebung (FN) oder ein erhöhtes Beförderungsentgelt (EBE) ausgestellt? Dann wenden Sie sich bitte zunächst direkt an das Verkehrsunternehmen, das die Kontrolle durchgeführt und den Beleg ausgestellt hat (z. B. DB, RVO, MVG). Die Kontaktdaten befinden sich auf dem Beleg oder ggf. einem Beiblatt.
Wenn Sie nicht rechtzeitig Kontakt zu dem Verkehrsunternehmen aufnehmen, läuft der dortige Bearbeitungsprozess weiter, was zu Mahnungen und ggf. Inkassoverfahren führen kann. Wir oder der MVV können solche Vorgänge nicht stornieren oder Widersprüche einlegen. Dies können nur die betroffenen Schülerinnen und Schüler bzw. deren Eltern oder Sorgeberechtigten tun.
Die Abläufe können je nach Verkehrsmittel und Verkehrsunternehmen unterschiedlich sein. Mehr dazu finden Sie beim MVV.
Bitte reichen Sie Anfragen zu Gültigkeitsbescheinigungen nicht bei uns, sondern direkt beim MVV über dieses Kontaktformular ein.
Wenn Sie Fragen haben, schreiben Sie uns gerne an schuelerbefoerderung@lra-gap.de oder rufen Sie uns an.
Bildnachweis: Dietmar Denger/MVV

