Radverkehr
Radverkehrsförderung im Landkreis Garmisch-Partenkirchen
Der Landkreis Garmisch-Partenkirchen steht vor der großen Herausforderung, Entlastung im Straßenverkehr zu schaffen und alternative Reisemöglichkeiten zu fördern sowie attraktiv zu gestalten. Die Radverkehrsförderung ist dabei neben dem Ausbau des ÖPNV ein essenzieller Baustein.
Daher fördert der Landkreis Garmisch-Partenkirchen das Radfahren aktiv und ist bestrebt den Anteil des Radverkehrs im Modal Split deutlich zu erhöhen. Hierfür wird gemeinsam mit den Kommunen des Landkreises in den Ausbau eines sicheren, alltags- und freizeittauglichen Radwegenetzes investiert, eine landkreisweite Qualitätssicherung der Radwegbeschaffenheit angestrebt sowie verstärkt auf Öffentlichkeitsarbeit sowie Marketingmaßnahmen gesetzt.
Für den Landkreis wurde in der Vergangenheit ein Radwegnetz entwickelt, welches rund 450 Kilometer umfasst. Dabei wurde das bestehende "Radverkehrsnetz" abgefahren und digitalisiert. In 2019 wurde das zuvor befahrene Radverkehrsnetz einheitlich und gemäß FGSV beschildert. Die Beschilderung deckt Alltagsradwege sowie auch touristische Themenradwege ab. In den Jahren 2020 bis 2023 erfolgte eine Analyse und Maßnahmenplanung für den Freizeitradverkehr inkl. einer Angebotsentwicklung für unterschiedliche Radfahrtypen.
Kontakt Radverkehrsbeauftragte
Andrea Mohr
Tel.: 08821 / 751-470
E-Mail: klimo@lra-gap.de
Landkreis ist Mitgliedskommune des AGFK Bayern e.V.
Der Landkreis Garmisch-Partenkirchen möchte fahrradfreundlicher werden und wurde zum 1. Juni 2025 als Mitglied der Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundliche Kommunen in Bayern e.V. (AGFK Bayern) aufgenommen. Das stetig wachsende Netzwerk bayerischer Kommunen existiert bereits seit 2012 und umfasst inzwischen 130 Städte, Gemeinden und Landkreise, die sich für die feste organisatorische Verankerung der Radverkehrsförderung als wesentlicher Baustein zukunftsfähiger Mobilitätsabwicklung einsetzen. Ziel ist es, dem Rad als ressourcenschonendes Verkehrsmittel eine ähnlich gute Ausgangslage wie dem motorisierten Individualverkehr zu bieten.
Mit der Mitgliedschaft gilt es umfangreiche Kriterien in den Bereichen Infrastruktur, Information, Kommunikation und Service zu erfüllen. Auf Basis einer Bestandserfassung zur Radverkehrsförderung durch eine Bewertungskommission der AGFK Bayern ergeben sich für den Landkreis folgende Handlungsschwerpunkte, die es im Rahmen der nächsten vier Jahre zu erfüllen gilt, um erfolgreich als "fahrradfreundliche Kommune" zertifiziert zu werden:
- Ein politisches Bekenntnis zur Radverkehrsförderung und den Handlungsempfehlungen sollen in einem Grundsatzbeschluss des Kreistags zur Radverkehrsförderung erfolgen.
- Ein Alltagsradwegekonzept zur Identifizierung von Haupt- und Nebenrouten sowie notwendiger Lückenschlüsse für ein durchgängiges und sicheres Radverkehrsnetz für den Alltagsradverkehr ist derzeit in der Erstellung.
- Bürgerorientierte Informationen zum Alltagsradverkehr einschließlich eines Winterdienstplans für den Radverkehr sollen erarbeitet und auf der Website des Landkreises dargestellt werden.
- Die im Landkreis bereits initiierten Rad-Verkehrsschauen sollen in regelmäßigen Abständen fortgeführt werden.
- Gemeinsam mit unseren 22 Kommunen soll ein gemeinsamer Runder Tisch Radverkehr gegründet und ein ineinander greifendendes Paket zur Verbesserung der Radinfrastruktur erarbeitet werden.
- Durch eine intensivierte Öffentlichkeitsarbeit soll eine Bewusstseinsstärkung für eine klimafreundliche Mobilität mittels Fahrrades forciert werden.
- Ein nachhaltiges Qualitätsmanagement der Radwegbeschilderung im Landkreis soll gewährleistet werden.

Alltagsradwegenetz
Der Landkreis Garmisch-Partenkirchen erstellt derzeit ein Alltagsradwegekonzept, um die aktuell dringlichsten Lücken im Alltagsradwegenetz des Landkreises zusammen zu fassen, zu priorisieren und mögliche Lösungsvorschläge zu benennen. Die Abstimmungsgespräche mit den Kommunen sind abgeschlossen. Bedarfe wurden benannt und aktuelle Vorhaben systematisch erfasst.
Die Ausarbeitung der Lösungsvorschläge ist aktuell in Umsetzung. Das Alltagsradwegekonzept wird neben den notwendigen Lückenschlüssen auch zustäzlich Infrastrukturmaßnahmen wie Bodenmarkierungen und Radabstellanlagen beluchten. Eine Veröffentlichung ist für Herbst 2026 vorgesehen.
Radwegpflege im Winter
Im Rahmen der Zertifizierung zur „fahrradfreundlichen Kommune" des AGFK Bayern e.V. möchte der Landkreis Garmisch-Partenkirchen seinen Bürgerinnen und Bürgern das Radfahren so attraktiv wie möglich gestalten und damit eine ökologische Mobilitätsalternative anbieten. Hierzu zählt auch eine Radwegpflege im Winter. Nur so können Alltagsradlerinnen und -radler zu jeder Jahreszeit gut und sicher auf ihren Pendelstrecken unterwegs sein. Hierzu wurde mit den Kommunen des Landkreises abgestimmt, welche Radwege im Winter grundsätzlich Berücksichtigung im Rahmen des Räumdienstes finden.
Die im Radnetz markierten Wege finden im Winter Berücksichtigung im Rahmen des Räumdienstes der Kommunen. Auf die Räumung der Radwege besteht kein Rechtsanspruch. Die Räumung erfolgt auf Basis individueller Prioritäten der einzelnen Kommunen. Grundsätzlich werden zunächst Ortsstraßen sowie wichtige Verbindungen (Schulen, Bahnhöfe, etc.) bedient. Anschließend erfolgt die Räumung auf Strecken im Außenbereich. Bei starken oder anhaltenden Schneefällen kann es vorkommen, dass auch markierte Wege nicht oder nicht zeitnah geräumt werden können. Radwege können nur nach verfügbaren Kapazitäten der Räumdienste bedient werden. Nicht auf allen markierten Wegen erfolgt eine Salzstreuung oder Splittung. Es wird darauf hingewiesen, dass trotz einer Räumung mit Schnee- und Eisglätte gerechnet werden muss.
Für die Durchführung des Winterdienstes auf Radwegen in Baulast der Gemeinden und des Freistaats Bayern ist der Landkreis Garmisch-Partenkirchen nicht zuständig und verantwortlich. Jeder Baulastträger entscheidet, in welchem Umfang und mit welcher Räum- und Streutechnik der Winterdienst auf Radwegen durchgeführt wird. Entsprechend sind räumliche Unterschiede möglich.
Radwegekonzeption - touristische Radwege
In Zusammenarbeit mit der Wirtschaftsförderungsgesellschaft, der Zugspitz Region GmbH, wurde im Rahmen eines Regionalmanagement Projekts in der Förderperiode 2016-2018 das gesamte Radverkehrsnetz des Landkreises abgefahren und digitalisiert. Eine einheiltiche Beschilderung gemäß FGSV dieses Netzes fand im Sommer 2019 statt.
In den Jahren 2020 bis 2023 erfolgte, ebenso durch die Zugspitz Region GmbH, eine Analyse und Maßnahmenplanung für den Freizeitradverkehr inkl. einer Angebotsentwicklung für unterschiedliche Radfahrtypen.
Das Radnetz des Landkreises Garmisch-Partenkirchen sowie Angebote rund um das Thema Radverkehr finden Sie auf der Seite der Zugspitz Region:
Radroute planen mit dem Bayernnetz für Radler
Stadtradeln
Der Landkreis Garmisch-Partenkirchen beteiligt sich seit 2017 an der bundesweiten Fahrrad-Aktion STADTRADELN. Einmal im Jahr werden an 21 zusammenhängenden Tagen möglichst viele Fahrradkilometer gesammelt – beruflich sowie privat.
Es geht darum, das Auto stehen zu lassen und so oft es geht auf das Fahrrad umzusteigen. Dabei ist es egal, ob Strecken auf dem Weg zur Arbeit oder in der Freizeit zurückgelegt werden. Beim Stadtradeln können Freunde, Familie oder Kolleginnen und Kollegen Fahrrad-Teams gründen und gemeinsam für einen lärm- und CO₂-freien Verkehr radeln.
Die Ergebnisse der Teams sowie Kommunen werden auf der STADTRADELN-Internetseite veröffentlicht, so dass Teamvergleiche innerhalb der Kommune als auch bundesweite Vergleiche zwischen den Kommunen möglich sind und für zusätzliche Motivation sorgen.
Alle Informationen zum Stadtradeln finden Sie hier.
Gut informiert - sicher radeln!
Miteinander im Verkehr - sicher unterwegs
Ob auf dem Rad, zu Fuß oder im Auto – wer die aktuellen Verkehrsregeln kennt und mit Rücksicht unterwegs ist, sorgt für mehr Sicherheit und ein faires Miteinander auf unseren Straßen. Infos und wichtige Regeln dazu finden Sie im Flyer „Miteinander im Verkehr" der AGFK Bayern e. V.
Sichtbarkeit schafft Sicherheit
Mit Einbruch der Dunkelheit verschlechtern sich Sicht und Wahrnehmung deutlich. Eine funktionierende Beleuchtung ist daher entscheidend für Sicherheit und Sichtbarkeit im Straßenverkehr. Nur wer gut sichtbar ist, wird rechtzeitig erkannt. So kann die Gefahr von Unfällen reduziert werden. Infos dazu finden Sie im Flyer „Lichtgestalten" der AGFK Bayern e. V.
„Alle auf´s Rad! Generationen in Bewegung!“ - Erster Radaktionstag des Landkreises
Vor der beeindruckenden Kulisse des Wettersteingebirges verwandelte sich der Landkreis am 21.09.2026 in ein Mekka für Zweiradfreunde. Der erste große Radaktionstag unter dem Motto „Alle auf´s Rad! Generationen in Bewegung!" lockte zahlreiche Bürgerinnen und Bürger an und setzte ein starkes Zeichen für nachhaltige Mobilität und sportliche Gemeinschaft. Ein besonderer Publikumsmagnet war dabei das „stabil mobil" Testevent. Rund 100 Bürgerinnen und Bürger informierten sich zu den E-Spezialrädern für Seniorinnen und Senioren oder Menschen mit Mobilitätseinschränkungen. Das vielseitige Angebot sowie das Gelingen der Veranstaltung ist vor allem der engen Vernetzung lokaler Akteure und deren Engagement zu verdanken. Der im Rahmen der Europäischen Mobilitätswiche organisierte Radaktionstag war mehr als nur ein Event; er war ein klares Statement für den Stellenwert des Fahrrads im Landkreis. Neben dem Spaß an der Bewegung standen Themen wie Verkehrssicherheit und die Förderung umweltfreundlicher Mobilitätslösungen im Fokus.
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Ziele des Radaktionstages
Der Landkreis Garmisch-Partenkirchen steht als ländliche und vor allem alpine Region vor einer doppelten Herausforderung: dem Erhalt einer sensiblen Naturlandschaft und der Bewältigung eines hohen Verkehrsaufkommens, das sowohl durch den Pendler- als auch durch den intensiven Tourismusverkehr geprägt ist. Der Anteil des Verkehrs an den Treibhausgasemissionen macht im Landkreis Garmisch-Partenkirchen 41% aus (CO2-Bilanz nach BISKO 2023) und das Auto ist häufig noch die erste Wahl in Sachen Mobilität. In diesem Kontext nimmt der Radverkehr eine besondere Schlüsselrolle ein. Er ist nicht mehr nur ein Instrument der Freizeitgestaltung, sondern vielmehr ein essenzieller Baustein für eine resiliente und klimafreundliche Verkehrsplanung.
Um eine nachhaltige Verhaltensänderung bei den Bürgerinnen und Bürgern zu bewirken, reicht die reine Bereitstellung von Infrastruktur oft nicht aus. Es bedarf einer gezielten Ansprache und einer offensiven Kommunikation, die den Radverkehr als modernen, schnellen und gesundheitsfördernden Lebensstil positioniert. Genau diese gezielte Ansprache der lokalen Bevölkerung war der Antrieb für die Organisation des Radaktionstag.
Ein Radaktionstag sollte das Fahrrad als modernes, vollwertiges Alltagsverkehrsmittel positionieren und die strategischen Ziele in den Bereichen Mobilitätswende, Klimaschutz und Lebensqualität sichtbar und erlebbar machen. Bürgerinnen und Bürger werden motiviert, insbesondere für Kurzstrecken unter fünf Kilometern das Auto stehen zu lassen und der Landkreis wird als fahrradfreundliche Region nach innen und außen sichtbar gemacht.
Darüber hinaus erzeugt ein solcher Tag eine wichtige politische Strahlkraft, da die hohe Teilnehmerzahl den Bedarf an sicherer Infrastruktur gegenüber den kommunalen Entscheidungsträgern verdeutlicht. Der Dialog zwischen Bürgerinnen und Bürgern, Planern und lokalen Akteuren wird durch Informationsstände gefördert. Letztlich schafft die soziale Komponente des Aktionstages ein neues Gemeinschaftsgefühl und etabliert das Radfahren als zeitgemäßen, gesundheitsfördernden und ökologisch sinnvollen Lebensstil, der weit über das Veranstaltungsdatum hinaus in den Alltag der ländlichen Bevölkerung ausstrahlt.
Angebote des Radaktiosntages:
- Großer Informations- und Beteiligungsstand zum Alltagsradwegenetz
- Verkehrssicherheit mit der Verkehrswacht Schongau e.V. und der Polizeiinspektion Gramisch-Partenkirchen
- "stabil mobil" – Testevent für E-Spezialräder
- Kostenloser Fahrradsicherheitscheck
- Give-Away: Reflektierende Schnappbänder für mehr Sichtbarkeit
- Fahrrad-Parcours für Klein und Groß vom TSV Partenkirchen
- Kreativecke für Kinder mit DYI Speichenreflektoren mit dem Familienstützpunkt
- BRK Kreisverband Garmisch-Partenkirchen mit Infos zu erster Hilfe und der Arbeit des BRK
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Fazit & Ausblick
Ein starkes Zeichen für die Mobilitätswende: Der Radaktionstag war ein voller Erfolg und hat eindrucksvoll bewiesen, wie groß das Interesse an einer nachhaltigen und sicheren Mobilität in unserer Region ist. Durch die Kombination aus Information, Interaktion und Gemeinschaftserlebnis konnten wir eine Reichweite erzielen, die unsere Erwartungen übertroffen hat.
Hohe Mobilisierung: Die Teilnehmerzahl zeigt, dass das Fahrrad als Verkehrsmittel der Zukunft im Bewusstsein der Bürgerinnen und Bürger verankert ist.
Gelebte Verkehrssicherheit: Durch praktische Übungsparcours und fundierte Aufklärungsarbeit wurde das Bewusstsein für ein sicheres Miteinander im Straßenverkehr nachhaltig gestärkt.
Nachhaltige Motivation: Viele Besucher haben das Event genutzt, um neue Fahrradtypen zu testen oder Serviceangebote wahrzunehmen, was die Hemmschwelle für den Umstieg vom Auto auf das Rad spürbar gesenkt hat.
Der Aktionstag war mehr als nur eine Veranstaltung – er war ein Impulsgeber. Wir haben gezeigt, dass Radfahren nicht nur effizient und sicher ist, sondern auch Lebensqualität schafft. Die positive Resonanz motiviert uns, diesen Weg weiterzugehen und die Radkultur in unserem Landkreis dauerhaft zu fördern.




